Archiv, Haiti-Links und unsere Anfänge
21. Januar 2011 - Radio Lora Interview mit Stifter Patrick Thomas
Am 30.12.2010 war ich zu Gast beim Radiosender Radio Lora München. Das Interview hören Sie hier.
12. Januar 2011 - ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben

Interview mit Soeur Anne-Marie de Christ Roi, Sainte Rose de Lima, Haiti
Sind die Bildungspatenschaften der Fondation Boisette ein Luxus oder eine Notwendigkeit?
In eine
m der ärmsten Länder der Welt kann eine Bildungspatenschaft der Fondation Boisette kein Luxus sein. Sie ist eine Notwendigkeit, oder mehr noch, ein Segen für Eltern deren finanzielles Auskommen beschnitten wurde.
Es ist wichtig zu wissen, dass nach dem Erdbeben vom 12. Januar die Erste aller Prioriäten war, Grundbedürfnisse wie Unterkunft und Nahrung zu erfüllen. Die Schulen öffneten ihre Türen im April unter Zelten. Es ist auch wichtig zu wissen, dass nur 20% der Schulen im Land staatlich sind, obwohl in der Verfassung der kostenlose Zugang zur Grundschule verankert wurde. 80% der Schulen sind privat und kostenpflichtig.
Die Finanzierung ruht also auf den Schultern der Eltern. Wenn man aber alles verloren hat, wie soll man dann diesen Anforderungen begegnen? Für die 23 Kinder denen eine Patenschaft durch die Fondation Boisette ermöglicht wurde ist dies ein großes Glück und was für eine Erleichterung für die Eltern.
Wie werden die Kinder für die Bildungspatenschaften ausgewählt, wenn der Bedarf so groß ist?
Die Fondation Boisette hat eigene Kriterien erstellt: gute Noten, persönlicher Ehrgeiz, finanzielle Notlage. Wir sind folgendermaßen vorgegangen:
Kriterium: Finanzielle Notlage
Wir haben eine Liste aller Schülerinnen erstellt, die Rückstände bzw. Schwierigkeiten bei der Bezahlung der Schulgebühren hatten.
Wir haben die Schülerinnen hinzugefügt, deren Eltern große Schäden durch das Erdbeben entstanden sind, die ihre Arbeit verloren haben oder die ein Stipendium beantragt haben.
Kriterium: Gute Noten
Wir haben eine Liste mit den sieben besten Schülerinnen erstellt
Wir haben dabei den persönlichen Ehrgeiz der Schülerinnen berücksichtigt und ihren Willen zu lernen und sich anzustrengen
Auswahl:
Wir haben die Namen beibehalten, die sich auf beiden Listen befanden.
Selbstredend war es auch wichtig den armen Schülerinnen zu helfen, die nicht die Klassenbesten waren. Die Association des Anciennes éleves de Sainte Rose de Lima (Verein der ehemaligen Schülerinnen) und die Schule haben diesen Schülerinnen auch 15 Stipendien bewilligen können.
Was wünschen Sie sich für 2011?
Dank der Fondation Boisette und anderer Spender hoffen wir im Jahr 2011 bis zu hundert Patenschaften erreichen zu können, weil das Bedürfnis und die Nachfrage groß sind. Es wird dann möglich sein, wenn jeder dazu beiträgt seinen Teil beizutragen, aus menschlicher Solidarität, selbst wenn das eigenen Verzicht bedeuten kann. An unserem Lebensabend "werden wir an unserer Liebe gemessen", also daran, was wir dem ärmsten unserer Brüder Gutes tun konnten und dafür entlohnt.
Was unser Land angeht, wünschen wir uns eine stabile, verantwortungsvolle Regierung, die unser Land auf allen Ebenen fortschreiten lässt. Vor allem auf wirtschaftlicher, gesundheitlicher und bildungspolitischer Ebene. Wir wünschen uns, dass alle Versprechen für den Wiederaufbau nach erdbebenrelevanten Normen zugunsten des Wohlergehens der Bevölkerung gehalten werden.
Wie geht es Haiti?
Dank internationaler Hilfe wurde sehr viel gute Arbeit geleistet (Abriß und Aufräumarbeiten, Verteilung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser, Aufstellung mobiler Toiletten, Verteilung von Zelten und Aufbau von Containern, Einrichtung von medizinischen Zentren, Bemühungen die Cholera einzudämmen...). Aber im Bereich des Wiederaufbaus geht es zu langsam voran, gleiches gilt auch wenn es darum geht die Menschen, die noch unter Zelten leben neu anzusiedeln. Zudem kompliziert die Krise nach den Wahlen die Situation und legt die Nerven der Bürger blank.
Und schließlich weckt die Ankunft des 12. Januar 2011 schmerzliche Erinnerungen und lässt bei vielen Angstzustände aufkommen. Aber was uns vor der Hoffnungslosigkeit rettet ist unser Glauben, die Überzeugung dass es morgen besser sein kann und die Solidarität aller Völker, die wir so stark erleben durften und für die wir zutiefst dankbar sind.
Zum Schluß möchte ich uns erlauben aus tiefstem Herzen und in aller Öffentlichkeit der Fondation Boisette zu danken, sowie all den Paten für ihren großzügigen Einsatz, die die Gewährung der Bildungspatenschaften an Schüler Haitis ermöglichen.
Gott vergelts, liebe Freunde, dass Sie diese Wahl getroffen haben.
13. Dezember 2010 Trotz Hurricane Tomas, Cholera und Post-Wahl-Demonstrationen geht die Arbeit an der Schule Sainte Rose de Lima in Haiti unvermindert und frohen Mutes weiter. Es gibt viele gute Neuigkeiten:
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das neue Schul-Trimester hat begonnen
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die Arbeiten am Grundschul-Gebäude sowie an einem Sanitärblock gehen voran
- tolle Spender darunter der Rotary-Club Detmold, Dr. Bernd Eßmann, Frank und Christine Lauber (Dank an Dr. Zaak), der Lions-Club München-Georgenstein und viele andere haben uns zum "Spenden-Spitzenreiter" für den Wiederaufbau in Sainte Rose gemacht
- die Kulturbeilage des SZ-Verlages "Leo-n-Art" hat über unsere Arbeit berichtet
- über 40 Familien wurden bislang durch Bildungspatenschaften und Spenden unterstützt
2. November 2010 Der Rotary-Club Detmold spendet 10 volle Bildungspatenschaften mit einem Gesamtwert von 4.800 Euro! Ganz herzlichen Dank für diese großzügige Geste. Unseren besonderen Dank an Frau Ingrid Donner-Shabafrouz für Ihr herausragendes Engagement in dieser Sache und für Sainte Rose de Lima im Allgemeinen.
7. Oktober 2010 Es fehlen noch 255.000 US$ zum Wiederaufbau der Grundschule mit 12 Klassenzimmern, besuchen Sie bitte die neue Homepage von Sainte Rose de Lima und spenden Sie online oder hier

27. September 2010 Sechs Monate nach Gründung des Fondation Boisette Stiftungsfonds am 11. März 2010 ein Überblick über die Finanzen:
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Spendenerträge von insgesamt 7.189,21 Euro
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Transfer von bislang 5.458,92 Euro (75,9%) nach Haiti
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Einmalige Verwaltungskosten in Höhe von 563,26 Euro
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Verfügbarer Betrag derzeit 1.149,53 Euro
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Rest Überweisungskosten und Gebühren für Rücklastschriften
3. September 2010 Der Wiederaufbau der Grundschule hat begonnen
30. Juli 2010 Die Direktorin der Salvator-Realschule in München, Frau Heidrun Zeitler, überreicht eine großzügige Spende an den Fondation Boisette Stiftungsfonds

Foto: Rudolf Ehrmann
8. Juni 2010 Ein ausführlicher Artikel in der Süddeutschen Zeitung (SZ) über den Fondation Boisette Stiftungsfonds
26. Mai 2010 Herzlichen Dank für die Spende der Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Eschborn-Niederhöchstadt zugunsten Sainte Rose de Lima

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20. März 2010
Hier mein Protokoll eines langen Abends zur Situation in Haiti und einer privaten Vorstellung der Fondation Boisette gestern am 20. März 2010
Gegen drei Uhr morgens verstummte das letzte Gespräch. Erstes Ergebnis: Ich habe heute morgen die Einleitung auf der Fondation Boisette Website (http://www.fondation-boisette.org) wie folgt geändert:
"In Haiti haben zahlreiche Eltern im Erdbeben des 12. Januar alles verloren: in nur 35 Sekunden sind sie von einer Existenz ins Nichts abgerutscht, leben auf der Straße bzw. in Zeltstädten. Sie können die Schulgebühren ihrer Töchter nicht mehr begleichen. Dank Ihnen als Bildungspaten kann die Fondation Boisette die Schulgebühren dieser Mädchen übernehmen und ihnen so Hoffnung und eine Zukunft schenken."
Wieviele Mädchen sind das? Nach welchen Kriterien werden sie augesucht? Ist die Patenschaft begrenzt, bis es den Eltern wirtschaftlich wieder besser geht? Was ist, wenn ich meine Patenschaft beende, fliegt "mein" Mädchen von der Schule? Was werden sie für ihr Land tun können? Oder verabschieden sich alle mit ihrem Abitur ins Ausland? Wann bauen die Eltern ihre Existenzen wieder auf? Gibt es niemanden, dem es noch schlechter geht und dem man helfen kann?
Die ungewöhnlich direkte und für den Bildungspaten verantwortungsvolle Art dieser Hilfe wirft, wie man sieht, zahlreiche Fragen auf. Gute und wichtige Fragen.
Zwei Dinge haben sich herauskristallisiert: nicht jeder will den persönlichen, direkten Kontakt und damit die längerfristige Verantwortung für eine Schülerin. Daher kann ab sofort jeder Pate entscheiden, ob er anonym (gepoolt) oder namentlich und mit persönlichem Kontakt helfen möchte. Eine Bemerkung auf dem Dauerauftrag oder der Überweisung genügt und ein Wechsel zwischen beiden Modi kann auch zukünftig jederzeit erfolgen.
Zweitens: die Notwendigkeit einer unmittelbaren und unbürokratischen Nothilfe ging in meiner Darstellung unter. Ich habe zwei Themen miteinander vermischt, die keinen direkten Bogen haben: die materielle Zerstörung (Schulgebäude...etc), sprich das Wiederaufbau-Thema, und die Übernahme der Schulgebühren damit diese Mädchen einen zukunftsträchtigen Abschluss machen können.
Tatsächlich sind es zwei Bögen:
- Einer führt von der Zerstörung zum Wiederaufbau der Schule Sainte Rose und anderen Schulen. Diesen Aspekt habe ich thematisch gestern nicht in den Vordergrund gerückt (obwohl er visuell am präsentesten war, daher denke ich kam einige Konfusion), da hier kein "Alleinstellungsmerkmal" von Fondation Boisette gegeben ist. Hilfe dieser Art wird auch von anderen Institutionen kommen. Richtig ist aber auch: Ja, ich engagiere mich hier sehr stark und sammle Einmalspenden, die direkt an die Schule Sainte Rose gehen. Die Leitung von Sainte Rose entscheidet. wo ihre Not am grössten ist. Das können Zelte für den Unterricht, der Kauf von Schulmaterial für die Mädchen, Ersatz für zerstörte Schulmöbel...und vieles andere mehr sein. An dieser Stelle, mein herzlichester Dank an die ersten Spender von gestern Abend!
- Der zweite Bogen geht von durch das Erdbeben verarmten und arbeitslosen Eltern zur Gefährung der schulischen Zukunft ihrer Töchter. Dies sind die angebotenen Bildungspatenschaften. Ziel: diese Mädchen sollen die Schule nicht verlassen müssen, weil ihre Eltern sie sich nicht mehr leisten können. Sie sollen auf Sainte Rose und in ihrer Klassengemeinschaft bleiben können. Eine sehr direkte, unmittelbar wirkungsvolle und hoffentlich über die Einzelperson hinaus nachhaltige Art der Haiti-Hilfe. Danke an die ersten Paten!
Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern von gestern Abend, die durch kritisches Nachfragen dabei geholfen haben, diese zwei Bögen zu thematisieren, auseinanderzufieseln und auf Klarstellung in Inhalt und Präsentation zu drängen. Das war sehr hilfreich!
Hier nun aktuell einige Fakten, die gestern nicht mehr zur Sprache kamen.
Der Verbund von Saint Joseph de Cluny, dem die Schule Sainte Rose angehört, hat 16 Schulen im Land, 8 davon wurden durch das Erdbeben zerstört. Die Not ist gross und ich werde mit der Zeit und mit Eurer Hilfe alle unsere Aktivitäten (Bildungspatenschaften und Wiederaufbauhilfe) auf weitere Schulen ausdehnen.
Die Namen der Mädchen, die Bildungspatenschaften in Sainte Rose erhalten sollen, werden derzeit ermittelt. Die ersten drei Namen habe ich erhalten: Ruth-Sherly Bonheur, geboren am 16. September 1992, Luthiena Jean, geboren am 12. Januar 1993 und Vicnie Leandre, geboren am 29. März 1993.
Die Leitung der Schule lässt sich die Zeit für eine gewissenhafte Auswahl. Außerdem ist die Leiterin Soeur Anne-Marie für ein paar Tage in den USA auf Fundraising-Reise auf Einladung lokaler Organisationen. Nur Sie kann letztlich Schülerinnen melden, die ich dann als Patenkinder aufnehme. Rechtzeitig vor Beginn des Not-Schulbetriebs ab 5. April werden weitere Kinder benannt.
Zur notwendigen Soforthilfe, hier Informationen zu den akuten Prioritäten von Sainte Rose und den anderen Schulen des Verbunds:
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Mit Schulkits sind Ranzen, Mäppchen, Stifte, Lineale u.ä. gemeint.
Soeur Anne Marie, die Leiterin von Sainte Rose, geht davon aus, dass zahlreiche Eltern die Schulgebühren nicht mehr zahlen können werden. Vor dem Erdbeben hatte Sainte Rose 532 Schülerinnen in der Grundschule und 421 in der Oberstufe. Daher werden aktuell 265.000,- USD für die Gehälter von 154 Lehrern über 6 Monate budgetiert und benötigt.
Fondation Boisette hilft heute bereits auch an anderer Stelle. Ich bin in die Organisation einer Fundraising-Kampagne in den USA und Kanada eingebunden, die ich mit ehemaligen Schülerinnen von Sainte Rose organisiere (Anciennes de Sainte Rose). Pro bono stellt und entwickelt telepark die Kommunikationssysteme, Online-Präsentationen, Facebook-Seiten, zentrale Kampagnen-Datenbanken mit Online-Einschreibungen für Ehemalige und Email-Newsletter. Das Ziel wird ein Spendenvolumen in Nordamerika von 1 Million USD sein, die dem Wiederaufbau von Sainte Rose zugute kommen. In Relation: der Kostenvoranschlag nur für den Wiederaufbau des Grundschulgebäudes beläuft sich auf 460.000,- USD. Federführend bei diesem Bauprojekt ist übrigens eine Ehemalige von Sainte Rose, die Bauingenieurin Pascale Oriol, die in Haiti lebt und arbeitet.
Es lohnt sich also diese Mädchen zu unterstützen.
Schön, dass Ihr alle da wart und auf Bald! Allen die in der einen oder anderen Form mitmachen wollen steht meine Tür weit offen. Einfach reinkommen, Klopfen nicht notwendig. Wer grundsätzlich einmal mit nach Haiti fahren möchte, ebenfalls bitte melden.
Wenn Ihr mögt, emailt Euren Freunden, Bekannten und Verwandten über Fondation Boisette. Für Präsentationen und Gespräche stehe ich gerne zur Verfügung.
Patrick Thomas
Fondation Boisette
PS: Bildungspatenschaften zu 40 und 20 Euro monatlich und Einmalspenden, bei umfangreicheren, einmaligen Zuwendungen sind eine Zweckbindung und weitere Individualisierungen möglich, steuerlich absetzbare Spendenbescheinigungen werden automatisch ausgestellt.
16. März 2010
Seit Donnerstag Abend bin ich zurück aus Haiti, wieder in München und werde oft gefragt, wie es dort war. Gar nicht so einfach ob der vielen Eindrücke etwas hervorzuheben, um nicht Gefahr zu Laufen den Fragesteller stundenlang müde zu quatschen.
Meistens spreche ich von der unglaublichen Zerstörung und verweise auf meine Videos auf www.fondation-boisette.org, doch unweigerlich kommen wir auf die Zeltstädte und die "richtig armen". Wo die Not am grössten ist bzw. zu sein scheint.
Doch mir ist inzwischen klar geworden, was mich am meisten bestürzt hat. Und das sind nicht Menschen, die in Zeltstädten hausen müssen. Es sind nicht die bettelnden Kinder auf der Straße. Es sind nicht die paar Verwirrten, die durch die Straßen irren.
Warum? So schlimm und untragbar dies ist, all das gab es in der einen oder anderen Form vorher bereits. Drei Viertel Haitis funktioniert inzwischen wie vor dem Erdbeben auch. Es wuselt, es handelt, es fährt, es telefoniert und stellt sich vor den Banken und Money Transfers in lange Schlangen.
Nein, am meisten bestürzt hat mich ein älterer Herr Anfang 50, ein Arzt, korrekt gekleidet, sehr freundlich, leise, ein Mensch mit Familie, der sich sein Leben lang mit bescheidenen Mitteln etwas aufgebaut hat, ein kleines Häuschen, ein Leben.
Dieser Mensch hat in den 35 Sekunden des 12. Januar alles verloren.
Heute hat er ein Zelt unterm Arm und erkundigt sich, ob er es für die Nacht weiter oben auf dem Grundstück der Schule Sainte Rose aufschlagen dürfte.
Und da wurde mir klar, an welcher Stelle ich meinen Beitrag leisten möchte. An einer Stelle, die nachhaltig und langfristig positive Auswirkungen für das Land haben soll: Bildungspatenschaften.
Kein lernwilliges und ehrgeiziges haitianisches Mädchen soll seine Zukunft verlieren, weil ihre Eltern den (leider notwendigen) Schulbeitrag nicht mehr leisten können. Eine Weile, so lange es geht, werden Sainte Rose und andere Schulen "sie mittragen", das haben Sie auch in der Vergangenheit immer getan, aber auf Dauer ist das nicht machbar.
Deshalb werbe ich um Bildungspatenschaften für diese Mädchen.
Wer sie sind? Diese Auswahl maße ich mir nicht an und lege sie vertrauensvoll in die Hände der Leiterin von Sainte Rose, Soeur Anne-Marie (einige von Euch haben Sie an meinem 40. Geburtstag kennengelernt), der Controllerin, Frau Rosette Wiener, und der Sekretärin Nathalie Lemaine (alle drei auf dem Video unter http://www.fondation-boisette.org/Unsere-Partner/ zu sehen).
Sie kennen und teilen meine Kriterien. Partnerschaften mit weiteren Schulen sind geplant.
Tja, liebe Freunde, jetzt gehts los.
Seit gestern ist unser Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft eingerichtet.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung wie man jemanden - insbesondere Freunde und gute Bekannte! - um Spenden bittet. Da ist kein professioneller Marketing-Apparat im Hintergrund, keine Werbeplakate. Daher mag dies etwas ungelenk daherkommen. Aber Sinn, Zweck und Wirkung sind eindeutig und unmittelbar.
Also: Wer kann und möchte, soll bitte spenden! Ich freue mich über jede Hilfe für Haiti.
Hier ist die Seite mit weiteren Informationen dazu:
http://www.fondation-boisette.org/Helfen/
Bei Fragen oder Kritik oder Anregungen, bitte fragt, schreibt oder ruft an (info@fondation-boisette.org oder 089 3001803). In Zukunft wird es auch ein Online-Formular für Lastschriften geben, wem das lieber ist als zu überweisen. Unternehmensspenden können individuell vereinbart werden.
Ob es 5 Euro, 100, 1.000 oder 5.000 Euro sind -- jede Hilfe bewirkt Gutes. Und der Erste wirst Du sowieso nicht mehr sein :-) Diese Ehre gebührt einem tollen Jungen namens Leopold Zaak.
Gestern Abend, auf dem Weg zum Badminton, fuhr ich kurz bei Freunden, der Familie Zaak, vorbei, um ein Kostüm für unsere Tochter Nuria abzuholen. Wir kamen ins Gespräch, ich ins erzählen, die Kinder Leopold und Paula Zaak ins Fragen. Auf einmal dreht sich Poldi um und sagt nur kurz "Moment mal" und verschwindet die Treppe hoch.
Als er zurückkommt hat er einen 10 Euro-Schein in der Hand, den er mir als Spende für Haiti übergibt. Ich habe ehrlich gesagt kein Wort mehr herausgebracht. Ich war so gerührt, dass mir die Luft weggeblieben ist. Habe gerade noch einen Dank und ein Wiedersehen murmeln können und bin dann schnurstracks zurück ins Auto.
Poldi! Danke, danke, danke! Du bist der Beste.
Patrick
Fondation Boisette
http://www.fondation-boisette.org
http://www.facebook.com/FondationBoisette.
10. März 2010
Bin derzeit in Miami auf dem Rückflug nach Europa. Verblüffend wie schnell die Zeit vergangen ist. Danke für die vielen schönen und ermutigenden Nachrichten, Emails und Anrufe sowie die Bereitschaft Euch zu engagieren.
Da einige Fragen und Anregungen wiederholt auftauchten, hier ein paar Details zur nächsten Zeit.
Eine Bildungspatenschaft für ein Kind entspricht 40 Eu
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